Reiten mit Antje Bandholz
nach den Lehren der Légèreté
Guérinière
I. Das Ablassen vom Einsatz der Hilfen
II. Die Trennung der Hilfen
III. Die Dosierung der Hilfen
IV. Die Optimierung der Hilfen
V. Die Nachgiebigkeit des Unterkiefers
VI. Bauchers Ausbildungskonzept
IV. Die Optimierung der Hilfen

IV. Die Optimierung der Hilfen

 

Wenn Sie eine schlechte Handschrift haben, werden Sie diese nicht durch das Schreiben von Büchern verbessern. Sie müssen mit dem kleinsten Teil der Probleme -in diesem Fall den Buchstaben- beginnen um sich bei Erfolg an Wörtern, Sätzen und ganzen Seiten zu versuchen.

Wenn Ihr Pferd nicht ordentlich galoppiert werden Sies nicht durch „Abgaloppieren“ bis zur Ermüdung verbessern. Auch wenn das Pferd es gern verbessern wollte, wie könnte es das?! Für das Pferd gibt es so etwas wie Guten oder schlechten Galopp gar nicht. Es wird Ihnen den Galopp anbieten, den es aufgrund seines momentanen Gleichgewichts zu bringen in der Lage ist. 

Gleichgewicht/Balance“ ist hier das Zauberwort.

Etablieren Sie zuerst das Gleichgewicht Ihres Pferdes und galoppieren Sie erst dann. Sobald sich der Galopp verschlechtert, halten Sie an und galoppieren Sie erneut an. Am Anfang werden Sie nur zwei oder drei gute Galopptritte dabei haben; dann vier oder fünft, dann eine halbe Bahn etc. Das erscheint Ihnen vielleicht mühselig. Tatsächlich aber gibt es kein schnelleren Weg, vor allem nicht den des „Treiben und Ziehens“ bei dem Sie versuchen Ihr Pferd im Galopp wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wie bemerken Sie, dass Ihr Pferd das Gleichgewicht verloren hat? Zunächst da der Galopp unbequem wird. Aber um es präziser auszudrücken: Ihr Pferd ist erst dann ihm Gleichgewicht, wenn Sie die Zügel hingeben können, ohne dass es sich destabilisiert. Im Galopp zum Beispiel, ohne dass das Pferd spürbar zulegt.

Im Schritt oder Trab ist Ihr Pferd nicht in Balance, wenn Sie es nicht zu jeder Zeit mit dem gesamten Körper in einen Seitengang hineinbewegen können (ob nun „Das Beineverknoten“ der modernen Dressur, oder das korrekte „Schulter herein“ nach La Guérinière, ist hier nicht wichtig).

 

Wie baue ich das Gleichgewicht auf? 

        

1)      Verspannung ist der Feind jeden Gleichgewichts. Also versuchen Sie zuallererst Verspannungen durch die Qualität Ihres Reitens zu vermeiden. Dieser Qualität erreichen Sie durch: „Den „fliesende Sitz“, die sanft Hand, ruhige Beine solange es keine Veränderung der Gangart gibt und moderate Hilfen für die Gangartübergänge.

 

2)   Vermeiden die „unpassenden“ Hilfen. Wenn Sie Ihrem Pferd zum Beispiel die Hilfe zum Angaloppieren auf der rechten Hand geben, während es seinen rechten Vorderfuß gerade aufsetzt, riskieren Sie, es gegen sich aufzubringen, da es Ihrem Wunsch nicht folgen kann, solange sein rechtes Vorderbein das ganze Gewicht trägt. Unpassende Hilfen sind der Hauptgrund für schlechtes Gleichgewicht. Dieses Buch wird Ihnen den „richtigen Moment“ präzise für jede der Übungen beschreiben.

 

 

3)      Praktizieren Sie das „Nachgibigkeit des Unterkiefers“  (siehe Teil Grundregel V)

 

Zusammengefasst bedeutet die „Die Schaffung optimaler Bedingungen für den maximal Erfolg versprechenden Einsatz der Hilfen“, dass:

 

1)      Eine Hilfe eines Reiters nicht gegeben werden sollte, bevor er nicht das dafür notwendige Gleichgewicht erzeugt hat.

 

2)      Eine Hilfe das Gleichgewicht nicht durch Ihren „plötzlichen“ Charakter gefährden sollte. 

 

3)     Man das Pferd anhalten und entspannen lassen muss, sobald sich der Gleichgewichtsverlust in der Ausführung der Bewegung zeigt.

 

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