Reiten mit Antje Bandholz
nach den Lehren der Légèreté
Zubehörempfehlungen

 

Eines der wichtigsten "Nebenthemen" zum leichten Reiten ist die Auswahl des richtigen Zubehörs. Da es heutzutage eine zunehmende Fülle von (zumeist sinnlosen) Angeboten in Reitsportgeschäften, auf Messen und in Internetshops gibt, sollen die folgenden Passagen zunächst die Punkte klären, auf die man beim Kauf von Sattel, Trense, Gebiss, Peitschen, Longen, Kappzäumen ect.  achten sollte und dann eine Auswahl von sinnvollem Gebrauchsmaterial vorgeschlagen werden.

 

Der Sattel: 

Wie in den vorangegangenen Kapiteln gezeigt wurde, ist für das Reiten der Sitz des Reiters, die Art der Hilfengebung und die körperliche Unversehrtheit und Fitness von Pferd und Reiter sehr wichtig. Daher sollte der Sattel nicht nur dem Reiter passen, sondern auch dem Pferd. Und er soll das Gewicht des Reiters so auf den trainierten Pferderücken bringen, dass dieser möglichst wenig beeinträchtigt wird. Dabei soll er den Reiter bei der Hilfengebung möglichst wenig behindern. An zentrale Stelle tritt hierbei der Sattelbaum. Dieser soll das punktuelle Gewicht des Reiters möglichst pferdeschonend auf den Rücken verteilen. Und hier liegt das Problem.
In der Regel werden die Sattelbäume nicht an das Pferdeskelett angepasst, sondern Standartgrößen vom Band genommen. So müssen Pferde, deren Skelettform der bei Produktion der Sattelbäume angenommenen Norm nicht entsprechen, damit leben, dass der Sattel durch Polstern bestmöglich an das Pferd angepasst wird. Der durch den nicht passgenauen Sattelbaum entstehende  Druck muss nun also durch die Polsterung kompensiert werden. Selbst wenn dieses gelingen würde, wäre in der Regel die Polsterung so dick, dass eine feine Hilfengebung kaum noch möglich wäre.
Das Ergebnis sind bei der Mehrzahl der Pferde atrophierte Trapezmuskeln, die zum einen eine sinnvolle Sattelanpassung fast unmöglich machen und zum anderen ein pferdgerechtes Reiten unmöglich machen. Um diese Schäden zu beheben, ist es in der Regel sinnvoll, einige Monate akademische Bodenarbeit voranzustellen bzw. bei leichten Fällen auf ein Sattelpad umzustellen,  damit der Trapezmuskel sich wieder aufbauen kann.

   

Darüberhinaus erwerben selbst Pferde mit eigentlich passendem Sattel häufig Schädigungen am Trapezmuskel, weil  Ihre Reiter den Sattel zu weit vorn (auf der Schulter) auflegen, oder den Sattel falsch gurten (Siehe Medizinische Reitlehre von Robert Stodulka).

In diesem Zusammenhang weisen wir auch noch einmal auf unser Kursprogramm hin, in dem in speziellen Kursen sowohl auf die Grundlagen der Sattelanpassung als auch auf die klassische/akademische Kappzaum-Bodenarbeit  eingegangen wird.

Wenn Sie also ein Pferd für lange Zeit behalten wollen und es nur allein reiten, kommen Sie bei dem nötigen Kleingeld in der Kasse um einen Maßsattel nicht herum. Leider gibt es durch die Fabrikfertigung heute kaum noch Sattler, die hierzu in der Lage sind, da Sie in Ihrer Ausbildung zumeist nur Teil der Fließbandarbeit waren. Als positive Ausnahmen möchten wir hier die Sattlereien "Gerlock" und "La Selle" hervorheben, die noch wirklich selbst handgemachte Sättel herstellen, die tatsächlich auf den Reiter und das Pferd abgestimmt sind. Hier gilt in erster Linie die Regel, dass der Sattelbaum so gut an das Skelett des jeweiligen Pferdes angepasst ist, dass möglichst wenig Posterung nötig ist, um den Sattel mit dem tiefsten Punkt in der "Mitte" des Sattels auf das Pferd zu bringen, wobei die Sitzfläche an den Reiter angepasst ist,  ohne Schulter und Lende einzuschränken. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das hervorragende Lehrbuch , dass hierzu detaillierte Auskunft gibt.

Leider ist die Realität zumeist anders als die Theorie. Denn hier kommen zumeist folgende Faktoren noch hinzu: 

  1. man hat nicht genug Geld für einen Maßsattel.
  2. das Pferd verändert sich durch Alter oder Training und selbst der Maßsattel muss regelmäßig wieder nachgepolstert werden, was wiederum zeit- und geldaufwendig ist.
  3. man reitet das Pferd nicht allein und der andere Reiter ist anders gebaut.
  4. man muss den Sattel für mehrere Pferde benutzen.

Aus diesen und anderen Gründen versuchen viele Reiter mit günstig erstandenen Sätteln, den vier obigen Punkten zu begegnen; das allerdings zumeist mit geringem Erfolg. Der Versuch, einen unpassenden Sattel durch Umpolstern, Gelpad, dicke Decken ect. passend zu machen, ist fast immer zum Scheitern verurteilt und kostet zumeist nur unnötig viel Geld, ohne die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Daher empfehlen wir denjenigen, die sich keinen Maßsattel für sich und Ihr Pferd kaufen können ein Sattelkonzept, das zu Hause bestmöglich an Pferd und Reiter angepasst werden kann. Hierbei handelt es sich um ein Konzept, dass auf einem baumlosen Sattel basiert. Wir haben viele baumlose Lösungen getestet, doch am Ende konnte nur eine überzeugen, die natürlich gegenüber einem Maßsattel auch seine Nachteile hat. Für das  Pferd und den praktischen Alltag ist es aber kaum zu übertreffen: Der Startrekk (sollten sie andere Lösungen kennen, die Sie für besser halten, würden wir uns über Anregungen sowie eine konstruktive Diskussion freuen).  

Der Startrekk:  pro_braun.jpg  gaiter.jpg

 

Dieses Sattelsystem verfügt anders als andere baumlose Lösungen durchaus über ein Kopfeisen,  dass der Reiter aber selbst in 5 Kammergrößen am Sattel einfach austauschen und damit an sein Pferd anpassen kann.

               

Den Sattel gibt es in verschiedenen Sitzgrößen. Die doppelte Bügelriemenaufhängung ermöglicht eine individuelle Einstellung für jeden Geschmack. Zusätzlich   garantieren klettbare Polsterkissen eine individuelle Anpassung an den Pferderücken. Diese Kissen sind optional auch in anderen Stärken und Ausführungen erhältlich. Zum System gehört zwingend eine passende Satteldecke, die zur optimalen Druckverteilung und als Rutschsicherung notwendig ist, und sich durch einschiebbare Naturkautschuk-Moosgummis verschiedener Dicken ggf. zusätzlich anpassen läßt. Dabei lässt die Auflage die Wirbelsäule komplett frei.    

Dieses Sättel-System können Sie auch z.B. hier zum ausprobieren mieten: 

                                                        

 
Exklusiv gibt es in Kooperation von uns und "Das Sattelhaus" einen Startrekk "Légèreté".
 
Basierend auf der Idee des Iberischen "Relvas" vereint dieser Sattel die Vorteile des Statrekk-konzeptes mit der schönen Optik des "Espaniola Pro" und Freiheit des Island-Sitzes ohne einschränkende Pauschen oder Vorder- bzw. Hinter-Galerien. Sie können sich also völlig frei in diesem Sattel bewegen, ohne eingeschränkt zu werden.
 
                            

 

Abbildung ähnlich! Hier soll nur das Konzept erklärt werden. Dieser Sattel entsteht aus dem Espanola Pro pro_braun.jpg

und wird mit der Sitzfläche des

Islandsattels ausgestattet.       gaiter.jpg       

Bei Interesse wenden Sie sich gern an uns. Ab einer Sammelbestellung von 10 Stück können wir dieses Sattelkonzept für ca. 1.295.- EURO zzgl. Porto und Versandt vermitteln. 

 

Zusätzlich empfehlen wir folgendes Zubehör: 

  • SA03: Sicherheits-Steigbügel: ein Hängenbleiben im Falle eines Sturzes ist durch die beidseitig geschwungenen Seitenteile des Sicherheitssteigbügels fast ausgeschlossen. Die Aufhängung wurde um 90° gedreht, so daß der Steigbügel immer richtig hängt. Der Reiter kann - ohne den Steigbügelriemen zu verdrehen - problemlos den Steigbügel aufnehmen. Lieferung mit einer Gummieinlage. Das aparte Pferdchen an der Außenseite ist ein richtiger "Hingucker". Man kann den Steigbügel für jeden Sattel mit einem englischen Steigbügelriemen verwenden. In Chrom oder Messing erhältlich. Klicken Sie auf das Foto und Sie werden zu Hü&Hott weitergeleitet.

             Ice-Line Sicherheits-Steigb�gel 

  • Claridge House Spezial-Leder Kurzgurt mit innovativem Schnallensystem. Der Gurt passt sich durch die variablen Längen der Rollerschnallen optimal an den Bauch des Pferdes an. 

         Artikelnr.: 220085 bei www.Kraemer.de

 

  • Spezialsatteldecke: Ideal für Ihren baumlosen Sattel  -  das ET Haftsystem von Grandeur. Besteht aus Haftpad "ET" (Bild 1) und passender Schabracke (Bild 2). Dieses System bildet einen Kanal im Bereich der Wirbelsäule, so dass diese frei bleibt. Beide Pads, welche mittels Klettverschluss miteinander verbunden sind, wirken druckabsorbierend.

    Haft Pad "ET" (Bild 1): Für Baumlose Sättel ca. 62 x 46cm (Größe II)
    Das Haftpad wird mittels Klettverschluss befestigt, die Unterseite besteht aus einem rutschfestem Material. Ideal bei sehr runden Pferden! Auf Wunsch mit Lammfellunterseite

    Die passende Satteldecke/Schabracke für baumlose Sättel (Bild 2) verfügt über eine Klettsystem an der Unterseite zur Befestigung des Haftpads. Die Oberseite enthält Moosgummieinsätze zur besseren Druckabsorbierung. Zudem wird der Sattel hierdurch an seinem Platz gehalten. Die Satteldecke besteht aus Baumwolle, die Unterseite aus Filz. Farben: schwarz (weitere auf Anfrage) Einlagen: Moosgummi (2 x 6 mm) auf Wunsch in 12 mm oder Latex gegen Aufpreis. Zu beziehen bei http://www.hidalgo-sattel.com.

              GRANDEUR Haftsystem ET für baumlose Sättel

 

 

 

Bodenarbeitszubehör:

      

 

 

Die Kappzäume lassen wir uns nach unseren Entwürfen selbst bauen. Das Problem mit den meisten Kappzäumen ist, dass sie viel zu unpräzise sind, um vernünftig mit ihnen zu arbeiten. Das liegt zum einen daran, dass die billigen schlechte Kappzaumeisen verwenden, günstiges Leder verwenden, das sich dehnt, dass das Eisen ohne Stabilisatoren vernäht ist, dass schlecht sitzende Eisen ein Polster benötigen, was es noch unpräziser macht und sich die Zäume nicht passgenau verschnallen lassen. 
Kosten ca. 250.- Euro  inkl. ggf. notwendiger Anpassung (zzgl. Versandgebühr (ca. 6,90€ pro Sendung). Ansonsten könnten Sie uns auch die Maße aufgeben und der Kappzaum wird daraufhin gegen Vorkasse nach Maß gefertigt.

Bodenarbeitspeitschen:

Die Bodenarbeitspeitschen kann man natürlich auch überall sonst kaufen. Wenn Sie aber regelmäßig damit arbeiten, werden Sie eine präzise, austarierte Peische mit der richtigen Härte und den notwendigen Flexibilität an der richtigen Stelle zu schätzen wissen. Daher lassen wir uns diese vom letzen Meister seines Faches, Herrn Rudolf K. Lobback anfertigen.

 

Longen:

Die iberische Baumwoll-Longe ist aus unser Sicht optimal für die Bodenarbeit mit dem Kappzaum. Sie bietet das richtige Maß an Gewicht und Steifheit, so dass ein Schlenkern mit der Hand auch beim Pferd ankommt. Allerdings ist sie schwierig zu bekommen. Daher klicken Sie bitte einfach auf das Foto und Sie werden mit einem Anbieter im Internet verbunden. (Portuguesa Galeria-Original Portugiesische Reitsportartikel & Accessoires). Die Longe kostet um die 60-70€ - je nach Anbieter.
 
 
 
 
 
Trensen und Gebisse:
 
 
 
Prunkzaum, Detailansicht
                                   
 
      Spanische Kandare, Detailansicht
 
 
 
 
Hier gilt in der Regel: weniger ist mehr. Trensen  haben eigentlich nur die Aufgabe, das Gebiss zu halten und nett auszusehen. In der heutigen Zeit wird aber immer mehr Geld darin investiert, noch gemeinere Hilfsmittel zu erdenken, die das Pferd zwingen, das zu tun, was der Reiter ihm offensichtlich im Guten nicht klar machen kann. Ähnlich wie beim Futter (das Ihre Pferde rittiger macht :-) ), wird suggeriert, dass das böse oder doofe Pferd durch Sperrhalfter, Umlenkrollen und immer neue Gebissformen gefügig gemacht werden muss. Keiner sagt dem Reiter, dass er an der Kommunikation mit seinem Pferd arbeiten muss und vielleicht das Geld in die eigene Ausbildung sinnvoller angelegt wäre als in "Hardware". Daher zeigen wir Ihnen nur das, was man auch benötigt, den Rest können Sie sich sparen...
Was Sie an einer Trense brauchen ist einfach:
  • Nacken und Backenstück, um ein Gebiss einzuhängen,
  • passender Strinriemen (die Versandhausstirnriemen von 42 cm sind für die meisten Pferde übrigens zu kurz!), damit die Trense nicht auf den Nacken rutscht (ist bei den wenigsten Pferden so, aber sicher ist sicher, denn ohne Trense kann es lustig werden,
  • Kehlriemen, damit der Zaum nicht über den Kopf rutscht (ist auch nicht überall notwendig, aber auch hier geht die Sicherheit vor),
  • ein schmaler Lederzügel, der Ihnen erlaubt, das Zügelmaß schnell anzupassen (Gummi oder Gurtmaterial kann man zum Tauziehen verwenden, hier sieht man schon, wie fein die dies nutzenden Reiter reiten!),
  • ...das war alles!
  • wie was ist denn mit den Reithalftern und Sperriemen?!: Die waren im Krieg dazu da, die Pferde unter Beschuss gefügig zu machen, aber grundsätzlich soll das Pferd sein Unbehagen im Maul zeigen dürfen. Gegen einen locker verschnallten Riemen an einem Kandarrenzaum ist allerdings nichts einzuwenden, denn locker hat er dort oben nur kosmetische Wirkung. Ein Sperrhalfter, ggf. sogar mit Umlenkrollensystem, damit man es noch fester ziehen kann, kaschiert bestenfalls nur Handfehler des Reiters oder ist im schlimmsten Fall Tierquälerei!     
 
Die Trense soll also 1-2 Gebisse halten und ggf. über die Hebelwirkung Hilfen über die Kandarre auf das Nackenstück übertragen. Im Groben sollten Sie sich merken: gelenkt wird mit dem Sitz und den Zügeln (am Hals - nicht im Gebiss!).
Die Mundstücke haben im Grunde 3 Funktionen:
  1. Gebiss: Das Pferd im Maul, gemäß der Lehren von Baucher, zu lösen. Das bedeutet auf den Unterkiefer einzuwirken, wozu sich eine einfach gebrochene Schenkeltrense oder ein etwas ruhiger liegendes Baucher-Gebiss hervorragend eignet.  
  2. Kandare: Die Aufrichtung des Pferdes zu dosieren. Diese sollte eine Zungenfreiheit haben, die der Zunge und dem Unterkiefer Ihres Pferdes passt.
  3. Als Notbremse für den Fall der Fälle zu fungieren.

Alles andere wird über den Sitz erreicht, der nebenbei daher sehr wichtig ist, weil Bewegungen des Körpers über den Zügel auf das Gebiss einwirken und fein gerittene Pferde irritieren.

Folgende Sattler können wir Ihnen empfehlen:

und

 

Vernünftiges Zubehör können Sie auch in den folgenden Internetshops bekommen. Aber vergessen Sie nie die Verarbeitung und die Materialien genauestens zu prüfen. Viele günstige Angebote entstehen aus der Nutzung von ungeeignetem Leder, unfachmännischer Verarbeitung oder schlicht, weil da Leute etwas zusammenbauen, die von der Nutzung keine Ahnung haben. Grundsätzlich muss alles Reitzubehör vor Ort auf das Pferd gebracht werden. Was nicht passt oder schlecht verarbeitet ist (auch Sie sehen als ggf. Nichtfachmann, wenn Nähte nicht durchgehen oder die Nieten an Stellen sitzen, wo Sie das Pferd berühren können) kann binnen 14 Tagen zurückgesandt werden, sofern es über keine Gebrauchsspuren verfügt. Besser ist aber (wenn möglich) selbst zu dem Geschäft zu fahren (ggf. mit Pferd) und die Waren gleich beim Händler auszuprobieren. Und beim Händler vor Ort haben Sie natürlich mehr Möglichkeiten, Mängelbeseitigung auch nach Monaten umzusetzen. Dennoch sind einige der Internetshops seriöse Läden, die gute Waren vertreiben. Und natürlich ist die Auswahl im Internet ungleich größer, als die meisten Ladengeschäfte es sich leisten können. Schauen Sie doch mal rein:

              

                                            

                          

  

             

 

 

 

 

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